Resteverwertung - umhäkelte Blechdosen




Blechdosen egal welcher Größe - lassen sich gut wiederverwerten, indem man ihnen ein Kleid verpasst. Das geht ganz einfach, indem man sie entsprechend umhäkelt. Die Höhe des "Mantels" häkelt man etwas größer als die Dose. Es lässt sich dann sehr gut umbiegen und hält dauerhaft ohne Kleben. Die Anleitung für die Ummantelung der Dose kann man von meinem vorherigen Post verwenden. Man geht im Prinzip genauso vor. Nur dass man die gehäkelten "Behälter", die in meinem anderen Post flexibel sind, über eine passende Dose stülpt. Danach wird verziert mit allen möglichen Dingen, die man im Nähkasten oder bei den Wollresten findet. 


Diese Dosen lassen sich auch gut als Verpackung eines Geschenkes verwenden und dienen danach als Utensilio, Köcher oder einfach für allerlei Kleinigkeiten. 

Resteverwertung - kleine Behälter für allerlei Utensilien

Sie haben eine Kiste mit vielen Wollresten und wissen nicht so recht, was Sie damit anfangen sollen? Zum Wegwerfen sind sie einfach zu schade. Eine Idee ist die Herstellung kleiner gehäkelter Boxen, die man auch mit Sisal oder - wie die gelbe Box auf der Abbildung - mit bastartigem Material anfertigen kann.



Die Herstellung ist recht einfach:

Zuerst wird eine gerade runde Platte produziert.
Das geht so:
 In einen Ring 8 feste Maschen häkeln. Danach wird einfach in Spiralen weitergearbeitet:
2. Runde in jede Masche zwei Maschen häkeln (16 Maschen)
3. Runde in jede zweite Masche zwei Maschen häkeln (24 Maschen)
4. Runde in jede dritte Masche zwei Maschen häkeln (32 Maschen) 
... usw.(jeweils Zunahme von 8 Maschen pro Runde).

Wenn der gewünschte Durchmesser erreicht ist, eine Runde häkeln ohne Zunahme und dabei in das hintere Glied der Masche einstechen, danach immer weiter normal ohne Zunahme arbeiten. Die rechte Seite ist hierbei die Innenseite.

Wenn die gewünschte Höhe erreicht ist, nochmal eine Runde mit 8 Maschen Zunahme arbeiten (damit es sich umklappen lässt). Darüber wieder so lange häkeln, bis die gewünschte Umschlaghöhe erreicht ist. Nach Außen umschlagen (am Umschlag ist die rechte Häkelseite sichtbar). Verzierungen nach Geschmack und Phantasie anbringen.

Das Nähen - Anleitung von 1868

Die nachfolgende Anleitung stammt aus einem Buch aus dem Jahr 1868. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Nähmaschine in den Haushalten. Die Tipps beziehen sich daher ausschließlich auf das Nähen von Hand. Es schadet nicht, wenn man auch heutzutage einige dieser Tipps beherzigt, denn auch heute befindet sich nicht in jedem Haushalt eine Nähmaschine.

Das Nähen. 

Das Nähen darf keiner Hausfrau fremd seyn. Es ist das jenige Geschäft, das sie so oft zur Hand zu nehmen Gelegenheit hat, als sie nicht zu anderer Arbeit gerufen wird. Denn zu nähen gibt es in einer Haushaltung immer. Zum Nähen ist zunächst ein am Arbeitstischchen irgendwie befestigtes oder ein so schweres Nähkissen nöthig, daß die Arbeit daran festgeheftet werden kann, ohne daß es sich bewegt.

Hinsichtlich der Nähnadel ist bei allen Arbeiten, die hübsch werden sollen, nothwendig, daß sie möglichst fein ist — , freilich immer im Verhältniß zu dem zu verarbeitenden Zeug. Sie ist als zu stark zu bezeichnen, oder läuft am Ohr zu dick zu, wenn sie sich in festem Zeug stumpf durchsticht. Die rechte Stärke hat sie, wenn sich der zur betreffenden Arbeit passende Faden leicht in die selbe einfädeln läßt.

Weiter ist eine gute Schere Bedürfnis für eine Näherin, und kann ohne eine solche nie etwas schön und pünktlich zugeschnitten werden.

Der Fingerhut, beim Nähen am Mittelfinger der rechten Hand befindlich, besteht am besten aus Silber, weil er dann keine Schwärze von sich gibt, wenn er mehr oder weniger mit dem Zeug oder Zwirn in Berührung kommt.

Haupterforderniß zum Nähen ist ein gleicher guter Faden, ohne welchen selbst die beste Arbeiterin keine schöne und gute Arbeit zu liefern vermag. Ein großer Mißgriff ist es, den Faden, der in die Nadel eingefädelt wird, zu lang zu nehmen, da er sich in diesem Falle abnäht, rauh wird, und am Ende auseinanderfällt.

Ein Knoten soll beim Nähen, wenn man mit einem frischen Faden beginnt, nicht gemacht werden, da ein solcher nicht gut aussieht; es ist vielmehr der Faden nur so weit durchzuziehen, daß sein Ende noch etwas heraussieht, welches dann beim Weiternähen aus verschiedene Art gefaßt wird. Bei der überwendlichen Naht z. B. wird es von der Rechten zur Linken gerade am Zeuge herabgelegt, so daß die Naht darüberkommt; beim Säumen ist es mit der Nadel in den Saum zu streichen.

Was nun die Arbeiten betrifft, aus denen das Nähen besteht, so nennen wir hier zuerst den Saum. Zur Erlangung eines hübschen gleichen Saums muß man den Rand des zu säumenden Zeuges ganz gleich und so schmal einschlagen, als es die Dicke desselben irgendwie gestattet. Das Umbiegen geschieht am besten mit dem Daumen, indem das Zeug zwischen ihm und dem Zeigefinger der linken Hand gehalten wird; mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand wird er dann zweimal in derselben Richtung und in der geeigneten Breite umgeschlagen, wobei zuvor mit der Nähnadel dem Faden nach vorgeritzt wird. Ist dieß geschehen, so ist mit dem Nähen zu beginnen, indem man ganz dicht unter dem Umschlag hinein-, und möglichst nahe am Rande des Saumes etwas schief wieder heraussticht. Das Schiefe des Stiches ist deßhalb nöthig, daß man weiterkommt. Während des Säumens wird die Arbeit leicht über den Zeigefinger der linken Hand gehalten, die Nähnadel wird stets mit der rechten Hand geführt.

Zu einem schönen Saum muß man die Stiche sehr klein und in gleichweiten Entfernungen machen. Soll schräg- oder rundgeschnittenes Zeug in dieser Weise gesäumt werden, so muß man es noch leichter über den Finger halten, um jede Ausdehnung streng zu vermeiden; der Faden dagegen ist beim Nähen etwas stärker anzuziehen.

Der Hohlsaum. 

Derselbe kommt nur beim Weißnähen, am häufigsten bei Oberleintüchern und Kissenüberzügen, vor. Die Leinwand wird, wie beim gewöhnlichen Saum, eingebogen, dann zieht man da, wo genäht werden soll, 1—2 Fäden aus der Leinwand aus, und wo der Faden ausgezogen wurde, nimmt man beim Nähen 2 — 3 Fäden auf die Spitze der Nadel, und legt den Nähfaden um letztere, wodurch, wenn dieselbe herausgezogen und der Faden angezogen wird, ein Knötchen entsteht. Es wird dann noch ein Saumstich auswärts gemacht, doch dadurch nur das Umgeschlagene gefaßt.

Der Steppsaum. 

Das Umschlagen des Zeugs wird vorgenommen, wie bei dem gewöhnlichen Saum, jedoch nach der rechten Seite heraus, dann steppt man dicht am innern Rande des Saums darauf hin. Ehe man umschlägt, kann man da, wo der Umschlagrand wieder auf das Zeug kommt, einen Faden ausziehen, und es werden dann, wo der Querfaden ausgezogen ist, in der Reihe 2—3 Längsfäden, je nachdem das Zeug stark ist, auf der Nadel gefaßt. Ist letztere mit dem Faden herausgezogen, so sticht man in dieselbe Stelle wieder zurück, wo man mit der Nadel zuerst hineingestochen hat, heraus wird auf dem Umschlage in gerader Richtung gestochen u. s. w. — Beim Steppsaum darf man nie außer Acht lassen, immer wieder um so viel Fäden zurückzustechen, als vorwärts gestochen sind. Damit der Umschlag sich weder ausdehnen noch einziehen kann, ist es rathsam, den Saum vor der Arbeit flüchtig zu heften.

Gewöhnliche Naht oder Vorstiche. 

Es werden beide Theile des Zeugs möglichst gleich zusammengelegt, dann beginnt man mit dem Nähen, indem man am Rande des Zeugs so weit vorsticht, als die Naht gleich werden soll. Man faßt nämlich je 5—6 Fäden auf die Nadel und läßt eben so viel liegen, faßt dann wieder 5—6 Fäden u. s. s. Diese Naht kommt am häufigsten bei schwachen Zeugen in Anwendung, und zwar deßhalb, weil sie nicht haltbar ist. Man kann bei ihr zur Beschleunigung der Arbeit immer mehrere Stiche auf die Nadel nehmen. — Die Vorstiche, woraus die Naht besteht, werden, sehr verlängert, auch zum Zusammenheften von zwei Stücken (Fadenschlangen) benützt, weil sich der Nähfaden leicht wieder herausziehen läßt. Außerdem läßt sich der Vorstich auch mit Hinterstichen verbinden, wodurch mehr Festigkeit erzielt wird, und zwar um so größere, je mehr man dann zwischen den Vorstichen Hinterstiche macht.

Die überwendliche Naht. 

Sie kommt beim Anfertigen feinerer Wäsche sehr häufig vor, und dient vorzüglich dazu, zwei Zeugstücke dauerhaft aneinander zu nähen. Zu dem Ende legt man die Leisten der Leinwand oder des Zeugs aufeinander, und hält sie mit der linken Hand zwischen Daumen und Zeigefinger so knapp fest, daß nur noch eine Fadenbreite von beiden Rändern hervorsteht, welche für den Stich bestimmt ist. Hat man das Zeug auf diese Weise, dann ist an der Vorderseite dicht am Rande des untersten Stückes hinein- und gerade durchzustechen, und dicht am Rande des hintern Stücks wieder herauszuziehen.

Hinterstichnaht. 

Die Hinterstiche sind sehr dauerhaft, und da sie leicht und schnell gemacht werden können, wendet man sie auch sehr häufig an. Die beiden zusammenzunähenden Zeugstücke werden wie bei der Vorstichnaht zusammengelegt, dann sticht man vom Rande mehr oder weniger entfernt, je nachdem die Naht breiter oder schmäler werden soll, hinein, wie wenn Vorstiche gemacht werden sollten. Hernach muß man wieder zurückstechen, wie beim Steppstich, damit Stich an Stich kommt.

Wellnaht, französische Kappnaht. 

Findet beim Nähen der Bett- und Leibwäsche Anwendung. Man benützt sie zum Zusammennähen von 2 verschiedenen Stücken Zeug. Diese werden mit Hinterstichen zusammengenäht, doch muß das obere Stück wenigstens um 12 Fäden Breite vorstehen. Nach Vollendung der Naht muß man den überstehenden Zeug mit der Nadel gut ein schlagen, umbrechen und gut durchstreichen. Je schmäler und höher die Naht ist, um so besser sieht sie aus. Nun wird mit Saum- stichen niedergenäht, und dabei das Ueberbogene mit dem Daumen gut eingerollt. Die Nadel wird immer etwas schräg wieder heraus geführt, und zwar so, daß man damit am obern Theile nur etliche Fäden faßt. Das Zeug ist an ein Nähkissen festzustecken, sonst kann diese Naht nicht gut ausgeführt werden.

Der Kreuzstich ist blos zum Zeichnen der Wäsche bestimmt. In Leinwand wird er gewöhnlich mit türkischem Garn gemacht, und sticht man zunächst von der linken zur rechten Seite heraus, fährt um 2 Fäden höher hinauf, sticht von da in der Breite um 2 Fäden wieder hinein, und dann um 2 Fäden tiefer wieder her aus. Hernach wird von dem ersten Auszug abermals um 2 Fäden höher hineingestochen, so daß das Zeichnungsgarn ein hübsches, regelmäßiges Kreuzchen auf der rechten Seite bildet, welche Kreuzchen nun in gehöriger Zusammensetzung nach Vorlagen Buchstaben, Zahlen oder andere Figuren bilden.

Das Fälteln. 

Man faßt die Falten mit Vorstichen, was dadurch geschieht, daß man nahe am Rand des Zeugs geradeaus immer vorwärts sticht, dabei aber nur je nach der Dicke des Zeuges etwa 2 — 3 Fäden auf und ebensoviel unter die Nadel nimmt. Man kann mehrere Stiche zugleich fassen, ehe der Faden nachgezogen wird. Ist das Stück der ganzen Länge nach auf diese Weise gefaltet, so wird der Nähfaden straff angezogen, und um einen Finger der linken Hand gewickelt, mit welch' letzterer man dann auch noch den eingezogenen Zeug faßt, um mit der in der rechten Hand befindlichen Nadel gerade zwischen jedem Vorderstich herunterstreichen und so das Ganze allmählich in kleinen Fältchen zwischen die Finger der linken Hand schieben zu können.

Das Bundansetzen. 

Sind die Fältchen auf die vorhin erwähnte Art gemacht, so nimmt man den Bund, theilt das in Falten gelegte Stück Zeug möglichst gleichmäßig auf die Länge des Bundes ein, und legt letzteren mit der rechten Seite gegen die Fältchen. Nun wird der umgeschlagene Rand mit Nebenstichen in der Art festgenäht, daß mit der Nadel jedes Fältchen gefaßt wird, hernach schlägt man den Bund um, streicht ihn glatt, und näht ihn mit Nebenstichen auch auf der linken Seite fest. Zuletzt näht man noch die beiden schmalen Bundseiten, von welchen die Ränder noch immer eingeschlagen sind, hübsch mit überwendlichen Stichen zusammen.

Knopflöcher. 

Man schneidet in das Zeug mit einer feinen Scheere eine Oeffnung in der Größe des betreffenden Knopfes. Ist dieß geschehen, so wird die Oeffnung mit möglichst kurzen Vorstichen umzogen. Die Seite des Knopflochs, welche umschlungen werden soll, wird genau mit der linken Hand zwischen dem Daumen und Zeigefinger festgehalten, und nun von der Linken zur Rechten gearbeitet, indem durch das Knopfloch hinein- und dicht unter den Vorstichen von unten wieder herausgestochen wird. Ehe man aber den Faden sest anzieht, wird nach oben zwischen dem selben und dem Rande durchgestochen. Sind so die beiden langen Seiten der Oeffnungen umschlungen, dann wird an die vordere und hintere Seite des Knopflochs der sogenannte Riegel mit den selben Stichen gemacht. — Bei den Knopflöchern müssen alle Stiche ganz egal seyn, sonst bekommen dieselben nie ein schönes Aussehen.

Der Stopfstich. 

Ist Leinwand durch den Gebrauch und durch das Waschen dünn geworden oder zerrissen, so kann man sie mit dem Stopfstich wieder herstellen. Es ist derselbe immer sowohl in die Höhe als in die Breite genau dem Faden nach zu machen, indem man einen Faden des Zeugs um den andern auf die Nadel nimmt, und so den Nähfaden durch die ganze Ausdehnung der schadhaften Stelle zieht. Hernach wendet man das Zeug um, und durchzieht die nächste Reihe aus der gleichen Seite ganz wie die erste, nur werden hier die Fäden des Gewebes, welche beim erstmaligen Durchziehen unter der Nadel waren, also liegen blieben, gefaßt, während diejenigen liegen bleiben, welche beim ersten mal gefaßt wurden. Nach abermaligem Umwenden wird wie das erstemal verfahren u. f. f., bis die ganze schadhafte Stelle durchzogen oder gestopft ist. Zum Wiederherstellen schadhafter Wäsche ist eine besondere Notwendigkeit, das Einsetzen eines Stücks Zeug gut zu verstehen. Es wird dabei zuerst die schadhafte Stelle schön viereckig (länglich oder quadratförmig), und zwar genau nach dem Faden, ausgeschnitten, dann schneidet man in jede der 4 Ecken ein klein wenig ein. Hernach nimmt man ein gleichfalls viereckiges Stück, das in Länge und Breite etwas größer als das Loch ist, setzt es mit Hinterstichen ganz egal in die Oeffnung, und näht sodann das vorstehende Zeug mit einer Wellnaht fest.

(Die alte Schreibweise aus dem Buch wurde beibehalten)