Sticken - Allgemeines

Zur Zeit der Maschinenstickereien und Importware aus Fernost ist dieses Hobby wohl etwas in Vergessenheit geraten. Stickereien machen allerdings manches Geschenk oder auch eigene Dekorationsartikel zum einmaligen individuellen und wertvollen Gegenstand. Bestimmt freut sich Omi über ein Handtuch mit einem selbst bestickten Rand viel mehr als über jeden anderen Gegenstand, der nur lieblos im Kaufhaus gekauft wurde. Oder haben Sie es schon einmal mit einem kleinen Gobelin-Bild versucht? Vielleicht sollte man auch beim Sticken wie bei jeder anderen Handarbeit klein anfangen. Versuchen Sie es mit einem kleinen Teil und einer einfachen Vorlage.
Die Industrie bietet vielerlei Vorlagen zum Besticken von zum Beispiel Tischdecken, Handtüchern oder vielen anderen Gegenständen. Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen unifarbenen Kinderpullover mit einer lustigen Eisenbahn oder Teddy im Maschenstich zu besticken?
Bei den Sticktechnicken gibt es unzählige Stiche und Formen. So gibt es zum Beispiel den Blattstich, Kreuzstich, Maschenstich, Stielstich, Knötchenstich, Schlingstich, etc. etc.

Verschiedene Stricktechniken

Stickstich 

Wurden die Maschen nicht abgekettet, sondern auf eine Hilfsnadel stillgelegt, verbindet man sie im Strickstich. Rechtsmaschen laut Abbildung A, Linksmaschen laut Abbildung B verbinden




Verschränkte Maschen 

Eine rechts verschränkte Masche wird gebildet, indem die rechte Nadel hinter der Spitze der linken Nadel von oben in die Masche eingeführt wird und den Faden in Pfeilrichtung durch holt, siehe Abbildung A.
Eine links verschränkte Masche wird gebildet, indem der Faden vor der linken Nadelspitze liegt, die rechte Nadel hinter der linken Nadelspitze von unten in die Masche eingeführt wird und den Faden als Schlinge durchholt, siehe Pfeil in Abbildung B




Das Abnehmen von Maschen 

Wie zwei Maschen rechts zusammengestrickt werden, erklärt Abbildung 1: zwei Maschen sind wie eine Rechtsmasche abzustricken.

Abbildung 2 zeigt, wie man die Maschenzahl durch überziehen um eine Masche verringert: eine Masche wie zum Rechtsstricken abheben, die folgende Masche rechts stricken und die abgehobene Masche über die gestrickte Masche ziehen.




Der abgenähte Rand 


Die Strickprobe zeigt einen solchen Rand, der über einem Rippenmuster aus wechselnd 1 Masche rechts und 1 Masche links gearbeitet ist. Er ist nach den Abbildungen 1 bis 6 abzunähen. Das Fadenende muss reichlich doppelt so lang wie der Rand selbst sein, man arbeitet mit einer Nadel ohne Spitze.
Abbildung 1: Mit der Stricknadel in die erste Rechtsmasche einstechen, den Faden durchziehen, die Masche von der Stricknadel schieben.
Abbildung 2: Folgende Linksmasche übergehen, die Rechtsmasche wie eine verschränkte Masche auf die Stricknadel fassen; nachdem der Faden durchgezogen ist - wie in Abbildung 3 dargestellt - die zuvor übergangene Linksmasche von rückwärts einstechend erfassen. Ist der Faden durchgezogen, gleiten beide Maschen von der Stricknadel.
Nach Abbildung 4 die nächste Linksmasche auf die Stricknadel nehmen, jedoch nicht von der Stricknadel gleiten lassen, sondern zunächst die zuletzt abgenähte Rechtsmasche - die bereits einmal von der Stricknadel erfasst wurde - noch einmal von vorn nach rückwärts auffassen, siehe Abbildung 5.
Die Abbildung 6 zeigt denselben Arbeitsgang wie Abbildung 2: Die nächste Rechtsmasche von rückwärts erfassen; die Arbeitsgänge nach den Abbildungen 2 bis 5 sind fortlaufend zu wiederholen. Die Strickprobe zeigt den fertigen Abschlussrand. Alle Stiche müssen gleichmäßig und locker ausgeführt werden, damit der Rand genauso dehnbar bleibt wie das Rippenmuster.


Knüpfen

Packungen mit fertigen Vorlagen und abgezählter, geschnittener Wolle gibt es im Fachhandel. Ein selbst geknüpfter Teppich oder eine Bettumrandung ist natürlich schon was Besonderes. Es nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. Das Ergebnis dann allerdings etwas Einmaliges.

Man kann allerdings auch mit einem Knüpfbild, einer Kissenhülle oder einem Tischläufer anfangen. Das ist wahrscheinlich bei Anfängern ratsam, damit man nicht die Lust an diesem schönen Hobby verliert. Sitzt man nämlich mehrere Monate an einem solchen Teil, kann das schon leicht passieren.