Nähen

Alte Nähmaschine
Foto: pisabay
Vor einiger Zeit war es noch was besonderes, wenn man sich ein Kleidungsstück selbst anfertigen konnte. Es war individuell, einmalig und passgenau - natürlich nur, wenn man das Nähen beherrschte. Auch war der Beruf der Schneiderin noch gefragt. Stoffe gab es schon günstig und Anleitungshefte auch genug. Die Kleider von der Stange werden immer preiswerter und es lohnt sich wirklich nicht mehr, seine Garderobe selbst herzustellen.

An dieser Selle sollen eigentlich nur Tipps und Tricks verraten werden, wie man seine Garderobe verändert, aufpeppt oder auch Kinderkleider günstig herstellt. Vielleicht ist es ja schon erstrebenswert, nicht wegen jeder Saumkürzung auf die Änderungsschneiderei angewiesen zu sein.

Pullover passgenau stricken

Pullover passgenau stricken

Die größte Schwierigkeit, ein Kleidungsstück - wie einen Pullover - herzustellen, besteht wohl darin, dass er zum Schluss genauso aussieht, wie in der Strickschrift abgebildet und dann am Ende auch noch genau passt. Am einfachsten ist es, sich an Kinderpullovern zu üben. Zum einen sind diese wesentlich schneller fertig, sehen meist hübsch aus und eine Differenz in der Länge oder Breite kann schnell geändert werden. Anders sieht es dabei schon bei einem Pullover für einen Erwachsenen aus. Ich persönlich habe immer einen Pullover zu Hilfe genommen, von dem ich wusste, dass er genau passt. Wenn ich ein Stück von Vorder- bzw. Rückteil gestrickt hatte, habe ich zur Kontrolle das Teil auf diesen Pullover gelegt und konnte somit gleich feststellen, ob zumindest die Breite identisch ist. Bei Musterpullovern muss man das Spiel dann wegen der richtigen Länge wiederholen. Man kann sich natürlich auch ein Schnittmuster aus Papier anfertigen und sich beim Stricken ganau an dieses halten.

Patchworkdecke aus Restewolle

Wer häufig strickt, hat sicher eine Kiste voll mit Restewolle, mit der er nicht so richtig weiß, was er damit anstellen soll. Eine Idee ist eine gestrickte Patchwork-decke.

Im Gegensatz zu Häkeldecken aus Quadraten, werden bei der Strickdecke die Teile direkt aneinander gestrickt. Das heißt, man fängt mit zwei Teilen an und nimmt dann aus den Seitenteilen der zwei Rauten wieder eine entsprechende Maschenzahl auf.

Die Maschenzahl muss immer ungerade sein. Die mittlere Masche wird zwischen den beiden Rauten aufgenommen. Die gezeigte Decke wurde auf jeder Seite rechts gestrickt. Die erste und letzte Masche der Reihe wird auch rechts gestrickt und nicht abgehoben. Auf der Rückseite werden dann die mittleren drei Maschen verschränkt zusammengestrickt. Das so lange, bis nur noch eine Masche übrig bleibt.

Der Clou dabei ist: Man kann die Anfangs- und Endfäden während des Strickens mit "einweben". So entfällt hinterher das lästige Vernähen der Fäden. Hierzu werden die hängenden Anfangs- und Endfäden auf der Rückseite beim Stricken mitgeführt, indem man sie mit den Daumen und Mittelfinger fasst. Beim Stricken wird dann der Strickfaden einmal unter den mitgeführten Faden (evtl. auch 2 Fäden) und einmal über den mitgeführten Faden führt.


Bei der gezeigten Decke wurden unterschiedlich große Rauten gestrickt. Die größeren Rauten wurden über jeweils zwei kleinere Rauten gestrickt. Die Maschen werden am besten unter dem Faden neben dem Knötchen aufgenommen.